Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

Stefan Wilkanowicz (3.01.1924 - 9.07.2022)

Am 9. Juli 2022 starb im Alter von 98 Jahren Stefan Wilkanowicz, einer der großen weisen Menschen des Dialoges in Polen, die wesentlich das gesellschaftliche Leben nach der politischen Wende von 1989 geprägt haben.
Auch das Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim verdankt ihm viel.

Schon 1970 brachte die katholische Zeitschrift ZNAK, deren langjähriger Chefredakteur er später wurde, einen Band mit dem Titel „Auschwitzer Besinnungstage“ heraus, in dem polnische und deutsche Autoren sich gemeinsam Gedanken machen um einen angemessenen Umgang mit der Erinnerung an Auschwitz. Die damit verbundenen Herausforderungen prägten ihn ein Leben lang.

Als in den 80er Jahren christlich-jüdische Spannungen um das Kloster der Karmelitinnen in Oświęcim  entstanden, engagierte er sich von Anfang an bei der Suche nach einer Lösung, die auf gegenseitigem Verständnis und Respekt basierte. Davon zeugt der von ihm mitherausgegebene Band Auschwitz. Konflikty i dialog, Kraków 1988[1].

Als die Krakauer Stiftung Zentrum für Information, Begegnung, Dialog, Erziehung und Gebet gegründet wurde, berief Kardinal Macharski Stefan Wilkanowicz in den internationalen Programrat.


Stefan Wilkanowicz im Jahr 1991 bei der ersten Sitzung des internationalen
Programrates des Zentrums für Dialog und Gebet in Oswiecim.


 
Seitdem war er an vielen internationalen und interreligiösen Begegnungen in unserem Zentrum engagiert beteiligt, zum Teil hat er sie selbst initiiert.

Seit dem Jahr 2000 war er im Vorstand des Internationalen Rates der staatlichen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Es führt zu weit, hier seine zahlreichen Engagements aufzuzählen.

Erwähnen möchte ich noch, dass er sich im Jahr 2005 bei uns mit Jugendlichen traf, um von ihnen zu hören, wo sie aktuelle Gefahren sehen, was ihrer Meinung nach dagegen getan werden kann und wo sie Hoffnung sehen. Er kam, zu hören, nicht zu belehren!

Und er war überzeugt, dass jeder Europäer, jede Europäerin ernsthaft drei Fragen reflektieren sollte: 1. Warum Auschwitz? 2. Warum Kołyma? 3. Warum Sarajewo? Heute würde er sicher hinzufügen: 4. Warum die Ukraine?

Wir sind Stefan Wilkanowicz zu tiefem Dank verpflichtet, weil er uns auffordert, Herausforderungen anzupacken und auf einen Weg des gegenseitigen Respekts und der Versöhnung zu bringen.

Stefan Wilkanowicz war tief in seinem christlichen Glauben verwurzelt. Möge Gott ihm all das Gute vergelten, Fehler vergeben und den ersehnten Frieden schenken, den diese Welt nicht geben kann.

R.I.P.
im Namen des Vorstandes des Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim,
Pfarrer Dr. Manfred Deselaers
10. Juli 2022
 
[1] Auschwitz. Konflikty i dialog, red. Ks. M. Głownia oraz S. Wilkanowicz, Krakowska Fundacja Centrum Informacji, Spotkań, Dialogu, Wychowania i Modlitwy oraz Wydawnictwo św. Stanisława, Kraków 1988
 

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