Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

Manfred Deselaers – Edith Stein von Auschwitz aus gesehen

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Manfred Deselaers

Edith Stein –
von Auschwitz aus gesehen1

Gliederung
A  Von Auschwitz aus gesehen
   1. Spannungen der Gegenwart
   2. Der Schrecken der Geschichte
B  Edith Stein und Auschwitz
   1. Edith Stein - wusste sie, was auf sie zukam?
   2. Was bedeutete ihr der Glaube in diesem Zusammenhang?
   3. Die dunkle Nacht
   4. Wie sah sie ihr Verhältnis zum jüdischen Volk?
 
„Unter dem Kreuz verstand ich das Schicksal des Volkes Gottes, das sich damals
anzukündigen begann.“

Edith Stein, Schwester Teresa Benedicta vom Kreuz, 1938.

Ich möchte in zwei Schritten vorgehen: 1. Was das heißt: „von Auschwitz aus gesehen“? Wovon erzählt uns der Ort? 2. Was kann Edith Stein uns auf diesem Hintergrund sagen?

A Von Auschwitz aus gesehen

Es gab etwa 40 Lager, die zu Auschwitz gehörten. Das erste war das sog. Stammlager, das zweite und größte Birkenau, wo auch die Fabrikanlagen zur Menschenmassenvernichtung eingerichtet wurden, die seit 1943 in Betrieb waren. Die Vernichtung der Juden im Rahmen der sog. Endlösung begann 1942. Provisorisch wurde zunächst in umgebauten Bauernhäusern vergast. In einem davon, dem sog. weißen Haus, ist vermutlich im August 1942 Edith Stein vergast worden. Dieser Ort erzählt. Das erste, was ich erwähnen möchte, sind Spannungen um den Umgang mit diesem Gedenkort.

1. Spannungen der Gegenwart
Anfang der 1980er Jahre hatte eine Gruppe polnischer Pfadfinder auf der Wiese hinter den Ruinen des „weißen Hauses“ Kreuze und Davidsterne aufgestellt, um deutlich zu machen, dass dieser abgelegene Ort eine besondere Bedeutung hat, dass er so etwas wie ein Friedhof ist. Auch eine Gedenktafel für Edith Stein an ihrem vermutlichen Todesort wurde aufgestellt.
Am 7. Juli 1997 sagte Elie Wiesel bei einer Gedenkfeier aus Anlass des 50. Jahrestages des Pogroms von Kielce:
Herr Premier [Cimoczewicz], Sie waren so gut, mir zu versprechen, sich persönlich der dutzend Kreuze anzunehmen, die in Birkenau, auf dem größten unsichtbaren jüdischen Friedhof der Geschichte aufgerichtet wurden, an einem Ort, wo religiöse Symbole nicht hingehören. Birkenau selbst ist ein genügend sprechendes Symbol. Die Kamine, die Krematoriumsruinen. Bei aller gebührenden Achtung für alle Religionen und alle Gläubigen, war und bleibt die Anwesenheit von Kreuzen auf der heiligen Erde, die unzählige jüdische Opfer in Birkenau bedeckt, eine Beleidigung. Diese jüdischen Opfer, vor allem aus Ungarn, die dort vergast und verbrannt wurden, waren die frommsten unter den Frommen. Unter ihnen war meine Familie: der Großvater, die Großmutter, Onkel, Tanten, Kusinen. Meine kleine Schwester. Es gibt nicht die geringste Rechtfertigung, über ihre Überreste ein Kreuz aufzustellen. Wer immer das getan hat, mag es mit guten Absichten getan haben, aber das Resultat ist katastrophal, ist Gotteslästerung.
Diese Worte wirkten in Polen wie ein Schock. Schon am nächsten Tag veröffentlichte Weihbischof Gądecki, Sekretär der Kommission für den Dialog mit dem Judentum der polnischen Bischofskonferenz, eine Erklärung mit den zentralen Sätzen:
Auf dem Gelände von Auschwitz-Birkenau kamen neben der großen Mehrheit der Juden auch Christen aus vielen Völkern ums Leben. Dieser Ort ist auch ein Friedhof von Christen, für die das Zeichen des Kreuzes die Verkündigung der Auferstehung bedeutet. [...] Es geht nicht darum, irgendwelche religiösen Zeichen und Symbole zu eliminieren, sondern darum, die kommenden Generationen dazu zu erziehen, die Zeichen und Symbole der eigenen und der anderen Bekenntnisse zu achten, damit würdig nebeneinander bestehen kann, was für den einzelnen Menschen den höchsten Wert darstellt.
Im Dezember 1997 wurden die Kreuze, Sterne und die Gedenktafel von der Wiese hinter dem „weißen Haus“ entfernt - für die Öffentlichkeit plötzlich und unvorbereitet, aber nach Absprache zwischen der Gedenkstätte, dem Kultusministerium und dem Ortsbischof. Es stehen dort jetzt vier Gedenksteine, wie an mehreren Stellen in Birkenau, wo besonders viele Asche liegt, wo quasi Gräber sind. Auf ihnen steht in Polnisch, Englisch, Hebräisch und Jiddisch geschrieben: „Im Gedenken an die Männer, Frauen und Kinder, die Opfer wurden des Nazi-Völkermordes. Hier liegt ihre Asche. Mögen ihre Seelen im Frieden ruhen.

2. Der Schrecken der Geschichte
Wovon erzählt dieser Ort historisch? Wovon erzählt diese Ruine des „weißen Hauses“? Was geschah dort? Es gibt einige wenige Überlebende des sog. Sonderkommandos, die im Krematorium gearbeitet haben. Gideon Greif, ein Mitarbeiter der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, hat versucht, sie systematisch zu besuchen, und ein Buch mit Interviews veröffentlicht. Darin berichtet er von Eliezer Eisenschmidt, der eigentlich nicht erzählen wollte, der sich schließlich nur bereit erklärt hat zu diesem Interview, um zu helfen zu erinnern. Von Dezember 1942 bis zur Inbetriebnahme der neuen Krematorien im Mai 1943 arbeitete er an den zu provisorischen Gaskammern umgebauten Bauernhäusern, wo im August 1942 wahrscheinlich auch Edith Stein vergast worden war. Das neue Sonderkommando ist gebildet worden, nachdem die Vorgänger ermordet worden waren. Folgendermaßen erzählt er von seinem ersten Tag im Sonderkommando (11.12.1942):
Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Sonderkommando 1 und Sonderkommando 2. In jeder Gruppe waren ca. 150 Leute. Auf unserem Weg nach draußen wurden wir am Tor von SS-Männern mit Hunden umstellt, die uns in den Wald brachten. Dort wurden wir noch einmal aufgeteilt: eine Gruppe wurde für die Arbeit in der Effektenkammer bei der Sortierung der Kleider der Ermordeten eingesetzt. Die zweite Gruppe wurde bei der Leichenverbrennung eingesetzt. Die Deutschen fragten: ‚Gibt es unter Euch Friseure?‘ Einige Männer traten hervor und erhielten Scheren. Dann fragten sie: ‚Wer von Euch ist Zahnarzt?‘ Einige traten hervor und erhielten Zahnarztzangen. Der Rest wurde in Gruppen zu je sechs Leuten aufgeteilt. Zum Beispiel: sechs Leute mussten die Karren mit den Leichen schieben, andere sechs waren die ‚Schlepper‘, die die Leichen zu den Karren bringen mussten. Die Deutschen teilten uns in die Gruppen ein, bevor die Gaskammer geöffnet wurde, so dass wir nicht wußten, um welche ‚Arbeit‘ es ging. Ich wußte natürlich nicht, was wir auf die Karren packen sollten, als ich in der Sechsergruppe neben den Karren stand. Ich hatte schon einige Erfahrung in der Arbeit mit Karren - noch aus der Zeit, in der ich im Getto war, als ich in einer Sägerei arbeitete. Doch dort brachten wir Holzplatten auf Karren zu einer Fähre und entluden sie da.
Man brachte uns in den Hof, öffnete die Tür des Gebäudes, das als Gaskammer diente - und uns wurde schwarz vor Augen. Wir waren völlig schockiert. So etwas hatten wir selbst in unseren schlimmsten Träumen nicht erwartet. Bis heute habe ich diesen Anblick hinter der geöffneten Tür vor mir. Dort stand die unbekleidete Leiche einer Frau, nach innen gebeugt. Wir erstarrten zu Salzsäulen und wußten nicht, was dort geschah. Wir sahen die Leichen in der Gaskammer. Als man begann, die Leichen herauszuholen, erkannten wir, wie sie ineinander verknäult waren. Dann erhielten wir neue Anweisungen: ‚Die Schlepper gehen mit den Gasmasken hinein und holen die Leichen heraus.‘ – ‚Die Zahnärzte untersuchen die Leichen auf Goldzähne. Finden sie Goldzähne, so sind den Leichen die Zähne mit der Zange zu ziehen.‘ – ‚Die Friseure schneiden den Leichen mit den Scheren die Haare ab.‘ Die ‚Schlepper‘ erhielten die Anweisung, die Leichen auf die Karren zu packen und von den Karren später in die großen Gruben zu werfen. Daneben gab es eine Gruppe, die sie ‚Feuerkommando‘ nannten. Diese Gruppe musste das Feuer kontrollieren, in dem die Leichen verbrannt wurden. Als wir diese furchtbaren Anweisungen hörten, waren wir völlig entsetzt. Ich war, wie gesagt, zu der Gruppe eingeteilt worden, die die Leichen auf die Karren packen musste. In den ersten Minuten wagte ich es gar nicht, eine Leiche anzufassen - so etwas war mir in meinem Leben noch nicht geschehen. Ich war natürlich nicht der einzige in der Gruppe, der sich vor einer Berührung mit den Leichen fürchtete. Ich fing erst an zu arbeiten, nachdem ich schwere Stockschläge auf den Rücken erhalten hatte. Da begriff ich, dass ich keinen Ausweg oder keine Rückzugsmöglichkeit hatte. Ich musste mich mit der Idee und meiner Situation abfinden. Man darf das nicht falsch verstehen. Wir hatten keine andere Wahl. Das war mein Schicksal. Wenn jemand anderes an meiner Stelle gewesen wäre, hätte er auch so gehandelt.2
Ich zitiere das, um deutlich zu machen, wovon die Rede ist, wenn wir davon sprechen, dass Edith Stein in Auschwitz vergast wurde. Eigentlich kann man da nur schweigen ...
Aber Menschen fragen, sprechen, suchen Orientierung. Im Folgenden möchte ich untersuchen, was auf diesem Hintergrund, von Auschwitz aus gesehen, Edith Stein uns bedeuten kann.
 

B Edith Stein und Auschwitz


1. Edith Stein - wusste sie, was auf sie zukam? Es gibt viele Spuren in der Biographie von Edith Stein, die darauf hindeuten, dass sie zunehmend ahnte, was auf sie zukam, auch wenn sie es natürlich nicht genau wissen konnte. In ihren Erinnerungen schrieb die Baronin v. Bodmann:
Als die französische Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg aus der Pfalz abzog und am gleichen Abend unsere deutschen Truppen über die Rheinbrücke unter Glockengeläut nach Speyer einzogen, [...] war Fräulein Stein sehr ernst und meinte: ‚Sie werden sehen, jetzt setzt erst eine Judenverfolgung ein und dann eine Kirchenverfolgung‘. Ich war einfach platt.“ 3
Edith Stein berichtete von einem zufälligen Gespräch mit einem Mann im Jahr 1933, der „erzählte, was amerikanische Zeitungen von Greueltaten berichteten, die an Juden verübt worden seien. [...] Jetzt ging mir ein Licht auf, dass Gott wieder einmal schwer seine Hand auf sein Volk gelegt habe und dass das Schicksal dieses Volkes auch das meine wäre.4
Bekannt ist, dass sie schon sehr früh einen Brief an den Papst schrieb und ihn bat, sein Schweigen zu brechen5. „Ich habe später oft gedacht, ob ihm nicht dieser Brief noch manchmal in den Sinn kommen mochte. Es hat sich nämlich in den folgenden Jahren Schritt für Schritt erfüllt, was ich damals für die Zukunft der Katholiken in Deutschland vorraussagte.6
Später dann im Karmel schrieb sie einen Text, einen Dialog der Mutter Ursula mit der hl. Angela, in dem es heißt: „Was heißt auch Sicherheit? Wo ist ‚gewisses Los‘? Wir sehen ja - und gut ist's, dass wir drauf gestoßen werden -, wie um uns Bauten in die Brüche gehen, die für die Ewigkeit getürmt schienen. Gewiss ist nur das Eine: dass Gott ist und dass uns seine Hand im Sein erhält. Mag drum die ganze Welt in Trümmer stürzen - wir stürzen nicht, wenn wir an ihn uns halten.7
1941 im Januar sagte sie vor ihrer Schwesterngemeinschaft: „Ein neues Jahr an der Hand des Herrn - ob wir das Ende dieses Jahres erleben, wissen wir nicht.“8
Berühmt ist das folgende Zitat, Ende 1941: „Ich bin mit allem zufrieden. Eine scientia crucis [Kreuzeswissenschaft] kann man nur gewinnen, wenn man das Kreuz gründlich zu spüren bekommt. Davon war ich vom ersten Augenblick an überzeugt und habe von Herzen: Ave, Crux, spes unica! [Sei gegrüßt, Kreuz, unsere einzige Hoffnung] gesagt.9
1942, schon in Holland, sprach sie vor den Schwestern von ihrer Dankbarkeit für die Aufnahme im Kloster Echt. Aber sie fügte sofort hinzu: „Dabei ist immer in mir lebendig, dass wir hier keine dauernde Statt haben. Ich habe kein anderes Verlangen, als dass an mir und durch mich Gottes Wille geschehe. Bei ihm steht es, wie lange er mich hier läßt und was danach kommt.10
D.h., auch wenn sie versucht, in ein Kloster in die Schweiz zu kommen, sie wusste Bescheid über die Wolken, die sich zusammenzogen. Aus allen Zeugnissen geht hervor, dass sie bereit war, anzunehmen, was kommen sollte, und dass sie „Ja“ sagte zu ihrem Schicksal. In einem Brief 1939 schrieb sie an ihre Ordensvorgesetzte: „Sie schrieben, liebe würdige Mutter, was man mir zum Trost sagen könnte. Menschlichen Trost gibt es freilich nicht ...11

2. Was bedeutete ihr der Glaube in diesem Zusammenhang?
Menschlichen Trost gab es nicht. Was bedeutete Edith Stein in diesem Zusammenhang der Glaube, und welche Rolle spielte dabei das Kreuz? Bei ihr sind der Weg zum Glauben und die Bedeutung, die das Kreuz für sie bekommt, eng miteinander verbunden.
Berühmt ist die Szene - sie war noch nicht katholisch geworden (im Nov. 1917): ihr Freund und Mentor während der ersten Studienjahre in Göttingen, der Philosophiedozent Adolf Reinach, war im Krieg gefallen. Sie sollte den wissenschaftlichen Nachlass ordnen und fürchtete sich, seine Witwe zu besuchen. Ich glaube, es ist wichtig zu sehen, dass das ein Punkt in ihrem Leben war, an dem sie nicht nur ganz tief begriff, was ein persönlicher Verlust bedeutet, sondern auch, was die Grausamkeit des Krieges ist, der so viele wertvolle Menschen vernichtet. In diesem Zusammenhang war sie dann überrascht, dass die Witwe, Frau Reinach, als religiöse Christin so gut damit umgehen konnte. Und sie erzählte: „Es war dies meine erste Begegnung mit dem Kreuz und der göttlichen Kraft, die es seinen Trägern mitteilt. Ich sah zum ersten Mal die aus dem Erlöserleiden geborene Kirche in ihrem Sieg über den Stachel des Todes handgreiflich vor mir.“12
Viele Jahre später schrieb sie einen Dialog zwischen der Mutter des Karmel (in der Karmelgemeinschaft wird die Priorin „Mutter“ genannt) und der Königin Esther aus dem AT. Esther sagt da u.a.: „Doch kam ein Tag, da durch die ganze Schöpfung ein Riß ging. Alle Elemente schienen im Zustand der Empörung, Nacht umhüllte die Welt zur Mittagszeit. Doch mitten in der Nacht stand, wie vom Blitz erhellt, ein kahler Berg und auf dem Berg ein Kreuz, d‘ran einer hing, aus tausend Wunden blutend; uns befiel ein Durst, aus dieser Wunden Quell uns Heil zu trinken. Das Kreuz verschwand in der Nacht, doch uns‘re Nacht durchdrang mit einem mal ein neues Licht, wie nie wir es geahnt: ein süßes, sel‘ges Licht. Es strömte aus den Wunden jenes Mannes, der eben erst am Kreuz verschied; nun stand er in uns‘rer Mitte. Er war selbst das Licht, das ew‘ge Licht, das wir ersehnt‘ von alters, des Vaters Abglanz und der Völker Heil. Er breitete die Arme weit und sprach mit einer Stimme voller Himmelsklang: Kommt zu mir alle, die ihr treu gedient dem Vater und in Hoffnung lebet auf den Erlöser; seht, er ist bei Euch, er holt Euch heim in seines Vaters Reich. Was nun geschah, vermag kein Wort zu sagen. Wir alle, die die Seligkeit erharrten, wir waren nun am Ziel - in Jesu Herz.13
Und wir können hinzufügen: ... in Jesu Herz – beim Vater.
Sie verstand das, was im Dritten Reich geschah, als Kampf zwischen Christus und dem Antichristen. Wahrscheinlich 1934 schrieb sie: „Noch ist der Kampf zwischen Christus und dem Antichristen nicht ausgefochten. In diesem Kampf haben die Gefolgsleute Christi ihre Stelle. Und ihre Hauptwaffe ist das Kreuz.14
1939 am Fest Kreuzerhöhung schrieb sie einen Text für ihre Gemeinschaft. Das Fest Kreuzerhöhung ist im Karmel das Fest der Gelübde-Erneuerung.
Der Gekreuzigte schaut auf uns herab und fragt uns, ob wir noch gewillt sind, ihm zu halten, was wir ihm in einer Gnadenstunde gelobt haben. Er hat wohl Grund, so zu fragen. Mehr denn je ist heute das Kreuz das Zeichen, dem widersprochen wird. Die Anhänger des Antichrist tun ihm weit ärgere Schmach an als einst die Perser, die es geraubt hatten. Sie schänden die Kreuzbilder und machen alle Anstrengungen, das Kreuz aus dem Herzen der Christen zu reißen. Nur allzu oft ist es ihnen gelungen, auch bei denen, die wie wir, einst gelobt hatten, Christus das Kreuz nachzutragen. Darum blickt uns der Heiland heute ernst und prüfend an und fragt jede einzelne von uns: Willst Du dem Gekreuzigten die Treue halten? Überlege es wohl! Die Welt steht in Flammen, der Kampf zwischen Christus und dem Antichrist ist offen ausgebrochen. Wenn Du Dich für Christus entscheidest, so kann es Dein Leben kosten. [...] Die Arme des Gekreuzigten sind ausgespannt, um dich an sein Herz zu ziehen. Er will dein Leben, um dir das seine zu schenken. Ave Crux, Spes unica! Die Welt steht in Flammen. Der Brand kann auch unser Haus erreichen. Aber hoch über allen Flammen ragt das Kreuz. Sie können es nicht verzehren. Es ist der Weg von der Erde zum Himmel. Wer es glaubend, liebend, hoffend umfaßt, den trägt es empor in den Schoß des Dreieinen. Die Welt steht in Flammen. Drängt es Dich, sie zu löschen? Schau auf zum Kreuz. Aus dem offenen Herzen quillt das Blut des Erlösers. Das löscht die Flammen der Hölle. Mache Dein Herz frei durch die treue Erfüllung deiner Gelübde, dann ergießt sich die Flut der göttlichen Liebe in Dein Herz, bis es überströmt und fruchtbar wird bis an die Grenzen der Erde. Hörst Du das Stöhnen der Verwundeten auf den Schlachtfeldern im Westen und Osten? [...] An allen Fronten, an allen Stätten des Jammers kannst Du sein in der Kraft des Kreuzes, überallhin trägt dich seine erbarmende Liebe, die Liebe aus dem göttlichen Herzen, überallhin sprengt sie sein kostbares Blut - lindernd, heilend, erlösend.15
Hier begegnet uns der Stellvertreter-Gedanke. Für Edith Stein ist das Leben im Karmel eine Weise, Liebe in die Wunden der Welt zu fließen zu lassen.
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