Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

Erzbischof Tomasz Peta, Astana, Kasachstan



Erzbischof Peta erzählt, wie die hl. Edith Stein nach Kasachstan kam.

Film ->  (polnisch)


Pater Dr. Manfred Deselaers vom Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim hat mich gebeten, ein kurzes Zeugnis über die Verehrung der heiligen Teresa Benedicta, Edith Stein in Kasachstan zu geben.

Ich denke, dass ein Kult eine zweiseitige Angelegenheit ist. Oft ist es so, dass wir Gott ehren durch die Verehrung der Heiligen.

Aber es ist auch andersherum möglich, dass die Heiligen handeln. Gott hat ihnen die Möglichkeit gegeben zu handeln, zu helfen.

Die heilige Theresa vom Kinde Jesus sagte Mein Himmel wird sein, auf Erden Gutes zu tun. Und die hl. Schwester Faustina sagte: Ich werde dich nicht vergessen, arme Erde. Der heilige Maximilian Kolbe, der auch, wie die heilige Teresa Benedicta, in Auschwitz starb, sagte: Im Himmel werden wir mehr Möglichkeiten haben, weil wir mit beiden Händen helfen können, und auf der Erde nur mit einer, weil wir uns mit einer Hand an der irdischen Realität festhalten müssen.

Wenn es also um die Präsenz der heiligen Teresa Benedicta in Kasachstan geht, so ist es nicht so sehr unsere Verehrung für sie, sondern ihr Wirken, das hier spürbar ist. Und lassen Sie mich einige Fakten nennen:

Die Kirche Unserer Lieben Frau, der Königin des Friedens, in Oziornoye, die jetzt das Nationalheiligtum von Kasachstan ist, wurde am 9. August 1992 eingeweiht, genau am 50. Jahrestag des Martyriums von Edith Stein in Auschwitz. Im Glauben nehmen wir dies nicht als Zufall, sondern als Zeichen der Gegenwart der heiligen Teresa Benedicta in Kasachstan an.

Wenn wir noch weiter in die Vergangenheit zurückgehen, wissen wir, dass die letzten Worte, die aus dem Zug den Karmelitinnen übermittelt wurden, lauteten: grüßt die Schwestern, ich bin auf dem Weg nach Osten! Solch symbolische, prophetische Worte, und diese Einsegnung der Kirche in Oziornoje, dem heutigen Nationalheiligtum, die von Primas Józef Glemp am 50. Jahrestag des Märtyrertodes der heiligen Teresa Benedicta vorgenommen wurde, das ist ein solches Zeichen für uns.

Die Heilige war in einem Kloster in Köln, das ebenfalls der Königin des Friedens geweiht war. Schwester Agnes Seppelt, eine gebürtige Niederschlesierin, war dort mit ihr im Noviziat. Diese Schwester zog später nach Breslau um. Auch die hl. Teresa Benedicta wollte in diese Neugründung nach Breslau gehen, doch Kardinal Bertram, der die Gefahr für ihr Leben durch die Nazis voraussah, lehnte dies ab. Schwester Agnes Seppelt erzählte, wie Edith Stein weinend und verzweifelt zu den Schwestern kam, um ihnen mitzuteilen, dass der Kardinal ihr nicht erlaubte, nach Breslau zu gehen. Sie weinte sehr.

Schwester Agnes Seppelt blieb nach dem Zweiten Weltkrieg in Wrocław. Die Grenzen hatten sich geändert, und sie sagte: Ich bleibe in Wroclaw im Karmel. Ich fahre nicht nach Deutschland, weil ich möchte, dass mein Leben eine Sühne für das ist, was die Nazis getan haben. Sie konnte die polnische Sprache nicht, es war notwendig, einen Beichtvater zu suchen, der Deutsch sprach. Sie blieb. Mit der Erlaubnis von Primas Kardinal Wyszyński zog sie 1972 von Wrocław nach Częstochowa. Der Tschenstochauer Karmel war 1957 gegründet worden, und vom ersten Tag an träumten dort Schwestern davon, in den Osten zu gehen, wie es die heilige Teresa Benedicta gesagt hatte. Sie dachten an Moskau, aber dieses Moskau stellte sich als Oziornoje heraus. Am 20. Jahrestag der Seligsprechung von Edith Stein, dem 90. Jahrestag der Erscheinungen von Fatima, am 13. Mai 2007, begannen sie ihr Gebet, ihren Aufenthalt in Kasachstan, in Oziornoje. Hier beteten sie und bauten gleichzeitig ein Kloster, denn anfangs lebten sie in einem winzigen Haus, das von deportierten Katholiken gebaut worden war. Der Umzug in das neue Kloster fand am 9. August 2013 statt, dem Tag der Heiligen Teresa Benedicta.

Die Ikone, das Bild der heiligen Teresa Benedicta, neben dem ich stehe, wurde 1994 von Frau Danuta Waberska in Poznan gemalt. Initiator dieser Arbeit war der verstorbene Pater Martin Babraj, der als Kind mit seiner Mutter und seinen Schwestern 6 Jahre lang im Exil im Dorf Krasna Polyana, in der Nähe von Oziornoje gelebt hatte, durch die Steppe nur 12 km entfernt. Später, seit dem Jahr 1992, kam er sehr oft von unserem Heiligtum in Oziornoje hierher zurück. Er hat das Malen des Bildes der Heiligen Teresa Benedicta initiiert. Pater Marcin Babraj ist der Gründer des Verlags und der Monatszeitschrift "W drodze".

Dies sind einige Fakten, die ich genannt habe. Wenn wir sie alle zusammennehmen, können wir sehen, dass die heilige Teresa Benedicta in Kasachstan präsent und aktiv ist.

Vielleicht ist die Verehrung unsererseits noch zu gering, aber ich denke, dass sie die Erste war, die die Initiative ergriffen hat. Sie ist hier anwesend, sie hilft. Und die Tatsache, dass der Priester Manfred uns nach ihrer Anwesenheit in Kasachstan gefragt hat, wird uns sicherlich dazu anregen, der heiligen Teresa Benedicta zu antworten, uns noch mehr für ihr Leben zu interessieren und sie noch mehr um Hilfe zu bitten, Gott durch ihre Fürsprache zu bitten.

Heilige Jungfrau Maria, Königin der Märtyrer, bitte für uns!
Heilige Teresa Benedicta, bitte für uns!
Gelobt sei Jesus Christus!
 
(Übersetzt von Stephan Kumpf)

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