2006-12-22 Papst Benedikt XVI über seinen Besuch in Auschwitz-Birkenau

ANSPRACHE VON BENEDIKT XVI AN DAS KARDINALSKOLLEGIUM UND DIE MITGLIEDER DER RÖMISCHEN KURIE BEIM WEIHNACHTSEMPFANG

 

Freitag, 22. Dezember 2006

„Bei meinen Wegen durch Polen
konnte der Besuch in Auschwitz-Birkenau nicht fehlen,
an der Stätte der grausamsten Unmenschlichkeit
– des Versuchs, das Volk Israel auszulöschen
und so auch die Erwählung Gottes zuschanden zu machen,
Gott selbst aus der Geschichte zu verbannen.

Es war für mich ein großer Trost,
als am Himmel ein Regenbogen erschien,
während ich in der Gebärde des Ijob zu Gott rief
angesichts des Grauens dieser Stätte,
im Schrecken über die scheinbare Abwesenheit Gottes
und zugleich in der Gewißheit,
daß er auch in seinem Schweigen nicht aufhört,
bei uns zu sein und zu bleiben.

Der Regenbogen war wie eine Antwort:
Ja, ich bin da,
und die Worte der Verheißung,
des Bundes, die ich nach der Sintflut gesprochen habe,
gelten auch heute.“

 

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