Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

Wortgottesdienst in Birkenau

GEBET FÜR ALLE ERMORETEN IN AUSCHWITZ-BIRKENAU UND UM FRIEDEN IN DER WELT

 

 

Einstimmung

 

Psalm 22

 

 

Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du mich verlassen, bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?

 

Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch Du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.

 

Aber Du bist heilig, Du thronst über dem Lobpreis Israels.

 

Dir haben unsere Väter vertraut, sie haben vertraut, und du hast sie gerettet.

 

Zu Dir riefen sie und wurden befreit, Dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden.

 

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet.

 

Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

 

„Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reiße ihn heraus, wenn er ihn liebt.“

 

Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog, mich barg an der Brust der Mutter.

 

Von Geburt an bin ich geworfen auf Dich, vom Mutterleib an bist Du mein Gott.

 

Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe, und niemand ist da, der mir hilft.

 

… [kurze Stille]

 

Ich will Deinen Namen meinen Brüdern verkünden, inmitten der Gemeinde Dich preisen.

 

Die Ihr den Herrn fürchtet, preist ihn,

 

denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; er hat auf sein Schreien gehört.

 

 

Einführung

 

...

 

 

 

I. GEBET FÜR DIE VERSTORBENEN

 

 

(Wenn in besonderer Weise Edith Steins gedacht wird:

 

Gott, unser Herr, Gott Israels, auf die Fürbitte von Edith Stein wir bitten Dich um das ewige Leben für Rosa, unsere Schwester im Glauben, die zusammen mit Edith Stein in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, und für alle Mitglieder der Familie von Edith Stein, Kinder Deines Volkes, die im Lager Theresienstadt ermordet wurden: Nimm ihr schweres Leben voller Leiden und einem schreckliche Tod an. Mögen Sie ruhen in Frieden.)

 

 

Du Gott der Patriarchen und Profeten, Gott unseres Herrn jesus Christus, wir rufen zu Dir von diesem Ort der Vernichtung der Juden: Gedenke der Verheißung, die Du Abraham und seinen Nachkommen gegeben hast, nimm die unschuldig ermordeten in Deine Herrlichkeit auf und schenke Deinem Haus Israel Frieden.

 

 

Gott der Lebenden und der Toten, Du hast Jesus von den Toten auferweckt. Erwecke in Deiner Barmherzigkeit die Polen, die Sinti und Roma, die sowjetischen Kriegsgefangenen, alle, die im Lager Auschwitz-Birkenau und an anderen Orten des Grauens des II. Weltkrieges ermordet wurden, und besonders die, an die niemand mehr denkt, zum Frieden des ewigen Lebens.

 

 

Lehre uns, Gott, die nötigen Lehren aus dieser Tragödie zu ziehen und erneuere auf die Fürsprache der hl. Edith Stein, der Patronin Europas, unseren Kontinent. Lass alle Völker Europas den Weg zu Dir und zueinander finden und gehen. Schenke unserem Kontinent und der ganzen Menschheitsfamilie Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit.

 

 

 

II. ZEIT DER STILLE

 

(KERZEN ANZÜNDEN / BLUMEN NIEDERLEGEN)

 

in Stille zünden die Teilnehmenden Kerzen an und bringen sie (oder die Blumen) an einen beliebigen Ort

 

 

Psalm 34

 

 

Ich will den Herrn allezeit preisen;

 

Immer sei sein Lob in meinem Mund.

 

Meine Seele rühme sich des Herrn;

 

Die Armen sollen es hören und sich freuen.

 


Verherrlicht mit mir den Herrn,

 

laßt uns gemeinsam seinen Namen rühmen.

 

Ich sucht den Herrn, und er hat mich erhört,

 

er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

 


Blickt auf zu ihm, so wird Euer Gesicht leuchten,

 

und ihr braucht nich zu erröten.

 

Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.

 

Er half ihm herau aus all seinen Nöten.

 


Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,

 

und er befreit sie.

 

Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;

 

Wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

 

 

 

III. GEBET FÜR FRIEDEN IN DER WELT

 

 

Gebet des Papstes für das jüdische Volk

 

Vater Abrahams, Vater der Propheten, Vater Jesu Christi, von dir ist alles umfangen, zu dir strebt alles hin, du bist das Ziel von allem. Erhöre unsere Gebete, die wir vor dich bringen für das jüdische Volk, das dir um seiner Vorfahren willen weiterhin teuer ist.

 

Erwecke stets in ihm eine immer lebendigere Sehnsucht nach deiner Liebe und Wahrheit. Steh ihm bei in seinen Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit, damit dieses Volk die Allmacht deines Segens bezeugen kann.

 

Steh ihm bei, damit es Achtung und Liebe von denen erfährt, die noch nicht das Ausmaß seiner Leiden verstehen, und von denen, die solidarisch, im Bewußtsein gegenseitiger Sorge, den Schmerz und die Wunden des jüdischen Volkes mitfühlen.

 

Gedenke der nächsten Generation, der Jugendlichen und der Kinder, auf daß sie stets treu an dich glauben und an das, was das besondere Geheimnis ihrer Berufung ausmacht. Stärke alle Generationen, damit dank ihres Zeugnisses die Menschheit begreife, daß dein Heilsplan sich auf die ganze Menschheit erstreckt und daß du, Vater, Anfang und Ziel aller Völker bist.

 

Amen.

 

 

Gebet eines deportierten Juden mit unbekannten Namen

 

Frieden sei allen Menschen schlechten Willens! Moege die Rache aufhoeren... Verbrechen haben alle Masse ueberschritten. Es gibt zu viele Maertyrer... Herr, wiege ihre Leiden nicht mit Gewichten Deiner Gerechtigkeit, belaste die Henker nicht mit diesen Leiden und zwinge sie nicht diese furchtbare Rechnung zu zahlen. Sie sollte auf eine andere Weise bezahlt werden.

 

Schreib auf das Konto der Verbrecher, Zutraeger, Verraeter und aller Menschen schlechten Willens den Mut der anderen, ihre geistige Kraft, Demut, Wuerde, ihren beharrlichen inneren Kampf und unerschuetterliche Hoffnung, das Traenen trocknende Laecheln, die Liebe, ihre zerbrochenen Herzen, die stark und vertrauensvoll, sogar dem Tod gegenueber, sogar in Momenten der groessten Schwaeche nicht aufgeben ...Moege das alles vor Dich gebracht werden, Herr, für die Vergebung der Suehnder, als Loesegeld fuer den Sieg der Gerechtigkeit; moege das Gute zaehlen, nicht das Boese!

 

Moegen wir in der Erinnerung unserer Feinde bleiben, aber nicht als Opfer, nicht als Alptraeume, Gespenster, die sie verfolgen, sondern als diejenigen, die ihnen helfen, ihre verbrecherischen Leidenschaften zu besiegen. Wir wollen nichts mehr von ihnen. Und wenn das Ganze zu Ende geht, lass uns leben, als Menschen unter Menschen und moege der Frieden auf unsere arme Erde zurueckkehren - Frieden fuer Menschen des guten Willens und fuer alle anderen.........

 

(Ein in Archiven eines der deutschen Lager gefundener Text, geschrieben von einem gefangenen Juden, publiziert in "La Croix" 10.10.1989, s.11.)

 

 

Um Frieden im Heiligen Land

 

Wir bitten Dich, Herr, um den ersehten Frieden im Heiligen Land, der staendig durch Kampf, Hass und Teilungen verletzt wird. Wir glauben daran, dass Du dieses Land, das Du Deinem Volk verheissen hast, zu einem Zeichen des Segens fuer alle Voelker machen willst.

 

Lass es nicht dazu kommen, dass das Toeten von Unschuldigen im Namen Gottes Deinen Heiligen Namen beleidigt. Moegen Palestinaenser und Israelis die vom Schoepfer geoffenbarten Absichten achten. Dank Seiner Gnade leben sie in diesem, heilig genannten, Land.

 

Wir bitten Dich darum heute, versammelt in Auschwitz, an dem Ort, der zeigt, zu welchen boesen Taten der Mensch faehig ist; an dem Ort, der schreit: erlauben wir dem Hass nicht zu wachsen!

 

Gib, dass die Verantwortlichen der religoesen Gemeinschaften gemeinsam die Suche nach einem gerechten Frieden fortsetzen, der zur Versoehnung in Jerusalem und im Heiligen Land fuehrt, fuer das gemeinsame Wohl aller Voelker.

 

Beseele die Herzen aller Menschen gutes Willens, dass sie sich gegen Aufhetzung zum Hass und falsche Darstellung der anderen Seite wehren koennen.

 

Hilf uns allen, zu verstehen, wie wir Werkzeuge Deines Friedens werden koennen.

 

(Der Text des Gebetes orientiert sich am Aufruf für Mitverantwortung für das Heilige Land des Polnischen Rates der Christen und Juden sowie des Gemeinsamen Rates von Katholiken und Moslems vom April 2002)

 

 

Für Europa

 

„Auschwitz“ – das bedeutete den Versuch der sogenannten „Endlösung der Judenfrage in Europa“, das bedeutete den Versuch der Vernichtung aller Roma und Sinti, aller Geisteskranken und Behinderten, der Versklavung der slawischen Völker, der Ausschaltung Andersdenkender und so weiter.

 

Herr, wir bitten um Deinen Geist für Europa, damit es gelingt, eine europäische Gemeinschaft zu schaffen, die in Frieden, gegenseitiger Achtung und Solidarität miteinander lebt.

 

Jeder Mensch hat eine Würde, die Gott ihm geschenkt hat und die kein Mensch verletzen darf. Laß dieses Bewußtsein zum Fundament unserer gemeinsamen Verfassung werden. Geld und Wirtschaftsstrukturen sind ebenso wie Politik nichts anderes, als ein Werkzeug, um eine Zivilisation der Liebe zu bauen. Hilf, diese Perspektive nie zu vergessen.

 

Hilf, Auschwitz nie zu vergessen, damit wir begreifen, wie groß unsere Verantwortung ist.

 

 

Für die Welt

 

O Herr der Welt, König des Friedens!

 

Wir wollen die Menschen auf der ganzen Welt nicht vergessen, die um unsere Solidarität flehen.

 

(Aktualisieren: Krieg im Sudan, Spannungen zwischen Pakistan und Indien, Kriegsgefahr im Irak, Krieg der Terroristen und Krieg gegen den Terrorismus, Hunger und Aids in Afrika, wachsende Kluft zwischen Reichen und Armen im globalen Dorf.)

 

O Gott, wir flehen um Frieden, um internationale Solidarität und um einen tiefen Wandel der Menschheit „in eine große Familie, wo die gesellschaftlchen, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen menschenwürdig sind und wo die Würde der menschlichen Person mit ihren unveräußerlichen Rechetn wirksam anerkannt wird“ (Johannes Paul II im August 2002 in Mexiko).

 

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

 

dass ich liebe, wo man hasst;

 

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

 

dass ich verbinde, wo Streit ist;

 

dass ich Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

 

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

 

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quaelt;

 

dass ich Licht entzuende, wo Finsternis regiert;

 

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

 

Herr, lass mich trachten,

 

nicht, dass ich getroestet werde, sondern dass ich troeste;

 

nicht, dass verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

 

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

 

Denn wer sich hingibt, der empfaengt;

 

wer sich selbst vergisst, der findet;

 

wer verzeiht, dem wird verziehen;

 

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben

 

 

Schlußwort, Vaterunser, Segen

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