Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

Marian Majerowicz

Ich, Marian Majerowicz, ehemaliger Häftling des KL Auschwitz – Birkenau, habe die Lagernummer 157715 auf dem linken Arm tätowiert. Angemessen meinen Kräften und dem Gesundheitszustand, werde ich über die verbrecherische Maschinerie der Vernichtung sprechen, die während des II. Weltkrieges ausgelöst wurde.

Nach 60 Jahren seit den tragischen Geschehnissen ist es der Welt immer noch zu wenig bekannt, sie erinnert sich zu wenig daran. Deswegen sollen wir, die ehemaligen Häftlinge der Konzentrationslager und Ghettos, als Zeugen der Vernichtung des jüdischen Volks die lebendige Erinnerung der tragischen Tage tragen.

Ich bin lebendiger Zeuge dieser traurigen und gleichzeitig tragischen Geschichte. Ich habe die Pflicht, meine tragischen Erlebnisse mitzuteilen.

Nach der Liquidation des Ghettos in Zawiercie (Schlesien) im Juni 1943 wurde die fünfköpfige Familie (Eltern und drei Kindern – Jungs, unter deren der jüngste 3 Jahre alt war) unter unmenschlichen Verhältnissen ins KL Auschwitz – Birkenau hinausgefahren. Die Selektion wird an der Rampe in Auschwitz durchgeführt. Die Mutter will ihr Kind nicht abgeben, und an dem gleichen Tag wurden sie getötet und im Krematorium verbrannt. Nach der Liquidation des Ghettos bleiben wir, d.h. ich mit einer Gruppe ausgesuchter Personen, in Zawiercie. Wir sind in einer Fabrik außer Betrieb untergebracht. Wir arbeiten da beim Sortieren von Ausrüstung und gebrauchten Armeekleidungen, die aus der Ostfront bezogen wurden. Nach zwei Monaten wurde ich mit meinen Kameraden in Wagons verladen und nach Auschwitz geschickt. Da treffe ich meinen Vater, der schwer zu erkennen war. Am 18. Januar 1944 wurde die Nummer meines Vaters während einer Selektion in eine Liste eingetragen. Am 21. Januar 1944 wird nach dem Abschiednehmen mein Vater vergast und danach in einem Krematorium verbrannt. Ende Januar 1944 komme ich mit einer Gruppe von 150 Häftlingen ins Nebenlager Guntengrube – Jaworzno, ca. 30 km von Auschwitz entfernt. In diesem Lager haben wir 150 Juden aus Tschechien getroffen. Ein Teil von den Häftlingen arbeitete in einer Kohlengrube, in sehr schweren Verhältnissen, der andere Teil beim Bau des zweiten Nebenlagers.

Am 18. Januar 1945 wird das Lager liquidiert. Wir wurden in offene Kohlewagons verladen und in wahnssinniger Kälte nach Auschwitz gebracht. Hier wurde ein Transport formiert, der ca. 1200 Personen zählte, und es fängt der sogenannte „Totenmarsch“ an.

Es ist schwer zu beschreiben, in welchen tragischen Verhältnissen die Mithäftlinge starben - in unwegsame Gegend getrieben, ohne Essen und Trinken, geschlagen und misshandelt, und dann erschossen und in Straßengräben reingeworfen.

Die Befreiung kam genau am 9. Mai 1945 auf dem Gebiet Tschechiens. Aus dem Transport sind nur 160 Personen am Leben geblieben.

Die Erinnerung, die ich hier beschrieben habe, ist nur ein sehr kleiner Teil davon, was ich erlebt habe. Für den normalen, durchschnittlichen Mensch ist es schwer zu begreifen, in welchen Verhältnissen die Menschen starben. Das kann man in keiner Weise erzählen, beschreiben, filmen.

Für Juden bedeutet Auschwitz, neben Treblinka und Majdanek und anderen kleineren Lagern, das größte Gräberfeld, wo man die Asche der nahestehenden Personen schwer finden kann.

Die Menschen starben in Gaskammern und von Kugeln und Schlägen nur deswegen, dass sie Juden waren. „Der Arzt“ Josef Mengele, der im Lager Selektion durchführte, entschied zeigend mit dem Finger, wer am Leben bleiben darf und wer sterben muss.

Auschwitz ist ein Symbol des Holocausts geworden und die Welt darf es nicht vergessen. Wir müssen es den Jugendlichen laut sagen, weil das Lager in Oswiecim nur noch ein Museum für sie bedeutet. Man muss den Jugendlichen bewusst machen, dass Menschen anderen Menschen ein solches Schicksal bereitet haben. Es war eine Frucht von Hass, Intoleranz also all dessen, was der deutsche Faschismus repräsentierte.

 

 

Marian Majerowicz

 

 

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Übersetzung Anka Bibrzycka

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