Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim

2017.04.06 Die Eröffnung der Ausstellung „Here I stand“ – Martin Luther, die Reformation und die Folgen

 

Anlässlich des Jubiläums des 500.  Jahrestages der Reformation
laden Sie zur Eröffnung der Ausstellung
der Direktor des Zentrums für Dialog und Gebet und
der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Krakau ein.

 

 

Luter

 

Here I stand

Martin Luter, die Reformation und die Folgen

 

Am 6 April 2017 um 20.00 Uhr im Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim
Die Ausstellung wurde bis Ende August 2017  im Zentrum für Dialog und Gebet präsentiert.

 

Das Projekt wurde unterstützt durch:

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Die Rede der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Krakau,  Herrn Dr. Michael Groß während der Eröffnung der Ausstellung am 6.4.2017 im Zentrum für Dialog und Gebet in Oświęcim.

Ich begrüße Sie heute Abend – gemeinsam mit dem Hausherrn Direktor Pater Nowak – zu einer ganz besonderen Ausstellung. „Here I stand – 500 Jahre Reformationsjubiläum“

Warum ist dies eine besondere Ausstellung?

Wir kennen in Deutschland die klare Trennung zwischen Staat und Kirche. Dass ich heute Abend als Deutscher Generalkonsul eine Ausstellung über die Reformation eröffne, zeigt, wie wichtig dieses ursprünglich kirchliche Ereignis für unser Gemeinwesen ist. Unser europäisches Gemeinwesen basiert auf Werten und Normen, die christlich-jüdisch geprägt sind. Damit ist Europa als Wertegemeinschaft ohne die christlichen Kirchen und damit auch ohne Reformation nicht denkbar. 

Martin Luthers Thesen vor 500 Jahren wirkten wie ein Donnerschlag: sie veränderten nicht nur die Kirche, sondern auch die Gesellschaft. Das eigene Gewissen wurde ein individueller Orientierungspunkt. Die Reformation wirkte sich aus auf die Entstehung der Religionsfreiheit und Entwicklung unseres heutigen Verständnisses der universellen Menschenrechte. 

Eine weitere wesentliche Errungenschaft der Reformation war die reflektierte Auseinandersetzung mit dem Glauben. Wie wir alle wissen, führt das Gegenteil davon zu Formen des Fundamentalismus. Nicht nur in den vergangenen Jahrhunderten, sondern insbesondere auch heute sehen wir wieviel Hass und Gewalt durch religiösen Fundamentalismus in die Welt kommt.

Deshalb – ob Katholik, Protestant, Jude, Orthodox oder nicht konfessionell – die  Reformation geht uns heute alle an. Sie hat bis heute die Geschichte Europas, aber auch vieler außereuropäischer Länder geprägt.

Die zweite Besonderheit dieser Ausstellung ist die Tatsache, dass die Reformationsausstellung hier im Zentrum Gebet und Dialog – eine Einrichtung der katholischen Kirche – gezeigt wird. War es nicht gerade die Reformation und Martin Luther, die zu einer Aufteilung des Christentums in die evangelische und die katholische Kirche führte! Und auch das zeichnet „Uns“ in der Gegenwart aus: heute haben Protestanten und Katholiken gelernt, offen und friedlich über den richtigen Weg zu streiten. „Einheit in der  Vielfalt“ und „gegenseitiger Respekt“ lauten die Devisen! An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank für diese Gastfreundschaft. 

 Gerade an einem Ort wie Oswiecim – unweit des ehemaligen deutschennationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau – denkt man zwangsläufig aber auch an Martin Luthers judenfeindlichen Polemiken. Seit dem Holocaust wurden die Ursachen und Folgen von Luthers Judenhass wissenschaftlich intensiv

untersucht. Nach heutigem Forschungskonsens war dieser nicht rassistisch, sondern von seiner antijudaistischen Theologie bestimmt. Aber diese  trug jedoch erheblich dazu bei, dass viele Protestanten den Antisemitismus übernahmen und der Judenverfolgung im Dritten Reich zustimmten bzw. ihr nicht widerstanden.

Für uns heutige ist es daher umso wichtiger auch daraus Lehren zu ziehen. Kein Glaubensbekenntnis rechtfertigt die Herabsetzung des Anderen. Die Menschenrechte sind universell und nicht teilbar. Sie gelten für jede und jeden auf dieser Welt. Die Würde jedes einzelnen Menschen ist unantastbar.

Vielen Dank

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